Straßennamen erzählen ihre Geschichte

Der "Vogt-Greber-Weg" in Ötisheim - Schönenberg

Vogt-Greber-Weg in SchönenbergVogt Greber von Maulbronn war für die Ansiedlung zuständig. Herzog Eberhard Ludwig hatte bereits 1699 Vogt Greber von Maulbronn damit beauftragt, den Abgesandten der Waldenser (Pfarrer Henri Arnaud) die für sie vorgesehenen Siedlungsplätze zu zeigen. Den Waldensern aus dem Perosatal wurde durch Vogt Greber Grundstücke und Bauplätze in ihren neuen Gemeinden zugewiesen.

So entstanden um 1699 zahlreiche Waldenserorte, deren Ortsnamen häufig heute noch den französischen Ursprung erkennen lassen: Pinache, Serres, Kleinvillars, Schönenberg und Corres im Enzkreis, Perouse im Landkreis Böblingen, Neuhengstett im Landkreis Calw, Großvillars im Landkreis Karlsruhe

Am 12. Oktober 1700 wandten sich mehrere Familien auch Mörfelden an den Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg und baten um Aufnahme in seinem Land. Vogt Greber von Maulbronn, der Sympathie für die Vertriebenen hatte, schlug seinem Fürsten vor, die Bittsteller in den vom 30-jährigen Krieg her noch fast brachliegenden Gemarkungen Grünwettersbach und Mutschelbach anzusiedeln, die damals zu Württemberg gehörten. Sie erhielten am 4. Februar 1701 von Herzog Eberhard Ludwig die Erlaubnis, sich in seinem Lande anzusiedeln. So kamen 1701 weitere Waldenser nach Grünwettersbach, Mutschelbach und Kleinsteinbach.