Wir befinden uns in der Grünwettersbacher Straße. Hier am alten Friedhof entsteht der "Platz der Erinnerung"

Hier befindet sich die Stele Nr. 10

Thema A-Seite: "Platz der Erinnerung“ – Waldensernamen, Sammlung von Grabsteinen, Genealogie
Thema B-Seite: „Platz der Erinnerung“ – Beerdigungskultur der Waldenser

 (Web-Schnellzugriff auf diese Stele: www.stele10.palmbach.org)


„Platz der Erinnerung“ – Beerdigungskultur der Waldenser

Vermutlich bestatteten die Waldenser im Mittelalter ihre Toten so, wie es damals üblich war. Sie gingen erst eigene Wege mit schlichten Beisetzungen, nachdem im Jahre 1555 die ersten calvinistisch-reformierten Prediger in die Waldensertäler gekommen waren. Die Waldenser verzichteten auf Totenmessen, Kerzen, Glockengeläut und Grabsteine.
Im 17. Jahrhundert verpflichtete die katholische Obrigkeit die Waldenser in Frankreich und im Piemont, eigene Friedhöfe anzulegen. Die Toten durften nicht mehr auf gemeinsamen Friedhöfen beigesetzt werden. Von diesen Waldenserfriedhöfen gibt es heute kaum noch Spuren. Die Friedhöfe im Chisonetal wurden 1685, nach dem Verbot der reformierten Kirche, durch französische Truppen zerstört.

Den Waldensern, die 1699 nach Deutschland kamen, war es wichtig, dass sie eigene Gottesäcker und Grabstätten einrichten durften, um ihre Toten nach ihrer einfachen Tradition zu begraben.

Später übernahmen die Waldenser die deutschen Gepflogenheiten, sie begannen dann ebenfalls Grabsteine aufzustellen. Die beiden ältesten erhaltenen Grabsteine in Palmbach stammen aus den Jahren 1745 und 1829, welche an der Waldenserkirche aufgestellt sind. Der ältere Grabstein ist in lateinischer Sprache beschriftet.

In der Ortschronik von Gustav Meerwein aus dem Jahre 1901 wird berichtet, dass es auf dem Palmbacher Friedhof zur Sitte wurde, die Toten nicht in der Reihe zu begraben. Jede Familie suchte sich auf dem Friedhof eine eigene Stelle für das Begräbnis aus. Im Jahre 1803 wurde diese Sitte vom Oberamt verboten.

Die ersten Toten wurden von den Palmbacher Waldensern bei der Kirche beigesetzt. Bereits nach wenigen Jahren wurde der Friedhof an die heutige Stelle verlegt.