Wir befinden uns im Grünpark, an der Gemarkungsgrenze zu Grünwettersbach.

Hier befindet sich die Stele Nr. 12

Thema A-Seite: Wasserversorgung in Palmbach / Brunnen
Thema B-Seite: Maulbeerbäume und Seidenraupenzucht

Hier am Ortsende von Palmbach endet der Waldenserweg, im folgenden schließt sich der Wettersbacher Skulpturenweg an.

(Web-Schnellzugriff auf diese Stele: www.stele12.waldenserweg.de)


Die Wasserversorgung in Palmbach

An dieser Stelle befand sich früher das „Brünnele“, einer der wichtigen Brunnen von Palmbach.

Die Wasserversorgung war eines der größten Probleme in Palmbach. Zwar gab es in der Nähe der Gemarkungsgrenze zu Grünwettersbach im Gewann „Neubruch“ eine Quelle, die von den Palmbachern „Brünnle“ genannt wurde, allerdings konnte diese und andere Brunnen die Waldenserkolonie nicht ausreichend mit Wasser versorgen.

Im Jahre 1730 wurde ein Vertrag geschlossen, in dem den Waldensern die Nutzung des Grünwettersbacher Waldes sowie des Fallbrunnens gestattet wurde. Diese Nutzung des Fallbrunnens führte trotzdem immer wieder zu Konflikten mit der Grünwettersbacher Bevölkerung, sodass die Einwohner von Palmbach oft in das Albtal fuhren, um Wasser zu holen.
Der Konflikt um die Wasserrechte am Fallbrunnen führte in den Jahren 1857-1859 zu einem Rechtsstreit vor dem Oberamt Durlach, das dann in seinem Urteil vom 4. Oktober 1859 die alten Rechte der Waldenser aus dem Jahre 1730 bestätigte.
Erst 1892 wurde mit der Einweihung der neuen Wasserleitung aus Singen die Wasserknappheit behoben.

Ein weiterer Konfliktpunkt war die Ausübung der sogenannten „niederen Jagd“, die nur Grünwettersbacher Bürgern gestattet war. Hierüber beschwerte sich unter anderem der Pfarrer Theoderic Aubert aus Palmbach. Gestritten wurde auch um das Weiderecht, da die Schäfer von Grünwettersbach immer wieder ihre Herden auf das Palmbacher Siedlungsgebiet trieben.